Dezentralisierung der Atommüllendlagerung
eine der insgesamt 4 Tütenkisten
wir suchen ein geeignetes Endlager, können aber keines finden; also müssen wir den Müll wohl privat lagern lassen.
wir verteilen ganz großzügig die Atommülltüten.

Lautes Sirenengeheule. Abgesperrte Straße. Lädierte Atomfässer. Und Menschen in Strahlenschutzanzügen. Am 2. September wurde die Dresdner Einkaufsmeile "Prager Straße" Schauplatz unserer Aktion zur privaten Atommüllendlagerung. Da kein sicheres Endlager für die hochradioaktiven Abfälle der Atomkraftwerke existiert, verteilten wir kleine Tüten mit Atommüll an Passanten, um sie auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Unsere Idee war es, dass jeder Verantwortung für seinen persönlichen Müll übernimmt.
Die "Atomtüten" haben wir selbst entworfen und an zwei Abenden in toller Teamarbeit zurechtgeschnitten, geklebt und mit Kies als Atommüll sowie einem Informationszettel befüllt.
Mit diesen Tüten zogen wir in Strahlenschutzanzügen, mit einer Sirene, einem Atomfass und Absperrband los, um den Atommüll unter die Leute zu bringen. Schließlich errichteten wir an einem Platz unser kleines "Atomlager". Zur Veranschaulichung der Zeitdimensionen zeichneten wir mit Kreide noch einen Zeitstrahl auf den Boden, um das Verhältnis zwischen Halbwertszeit und der Menschheitsgeschichte darzustellen.
Die Reaktionen auf unsere Aktion fielen sehr unterschiedlich aus. Auf der einen Seite fielen Sprüche wie: „Das ist eure Generation, die dieses Problem lösen muss!“ oder ein stolzes Eingeständnis: „Wir sind Umweltverschmutzer.“ Auf der anderen Seite waren viele Passanten begeistert von unserer Idee und nahmen ihren Müll mit, um ihn im eigenen Keller end zu lagern. In jedem Fall haben wir mit unserer Aktion das Problem beleuchtet und einige Menschen zum Stromwechsel motiviert.

Tobias, Dresden

Lob nach Dresden

Hey ihr, super Idee, finde ich!
Also wenn ihr das wirklich so seriösund professionell durchgezogen habt wie in eurem Bericht beschrieben - Hut ab!
Es ist doch echt so, dass für die meistenm Menschen der Atommül "ganz weit weg" und somit unbekannt ist!
Gute Aktion :-) freue mich!
Liebe Grüße aus Warschau,
Heike.

PS: IN Polen gibt es kein AKW (Atomktaftwerk)! Aber ich habe gelesen, dass geplant würde, hier eines/welche zu errichten!?! Hm.

wäre gern

Das hätte ich mir gern auch angesehen, aber ich war mal wieder mit der Telekom beschäftigt weil die es einfach nicht schaffen meine Handy Flatrate freizuschalten.

Dito

Kann mich da nur den beiden vor mir anschliessen.
Super Aktion! Und vor Allem super Idee! Es ist wahr, dass der Atommuell von den Wenigsten bedacht wird. Schliesslich ist er ja auch in gemuetlicher Ferne. "Also nicht unser Problem" - like.
Sehr guter Einfall zum Naeherbringen des Problems, dass man sich dessen mal bewusst wird, dass es einen eben DOCH etwas angeht!

*Daumen hoch*

In weiter Ferne?

Soso, in weiter Ferne soll das also alles liegen?
Zufälligerweise wohn ich in der Nähe von dem Atommülllager Asse und Schacht Konrad und für mich ist das alles nur allzu nah. Wöchentlich liest man hier in der Zeitung, was uns als nächstes passieren könnte. Schacht Konrad ist vom einstürzen bedroht und jetzt kam raus, dass möglicherweise Menschen, die bei Atomunfällen ums Leben gekommen sind, einfach da unten reingeschmissen wurden. Grauenhaft, wenn man mal drüber nachgedenkt. Also Respekt, klasse Aktion!

was soll dass?

ich versteh euch nicht. ihr redet, als sei atomstrom der ursprung allen übels. als sei atomstrom umweltschädlich. das ist doch schwachsinn...
das ist eine der saubersten stromquellen, die wir besitzen. eigentlich haben wir doch nur zwei reelle alternativen.

1) ersetzen aller atom- und kohlekraftwerke durch "grüne energie" (sprich: wasser-, wind-, solarkraft, etc.), was rein bedarfstechnisch nie reichen würde. selbst wenn wir jeden quadratmeter im land damit zukleistern. beim heutigen stand der technik also völlig utopisch - was nicht heißt das nicht weiter daran geforscht werden soll.

2) zweite möglichkeit, wir schaffen sämtliche atomkraftwerke ab und beziehen den stoff aus dem ausland. dass dieser strom allerdings zu 95% ebenfalls aus atom- oder kohlekraftwerken stammt scheinen alle zu verdrängen.

der einzige haken den atomstrom hat ist der müll, weswegen an alternativen geforscht werden muss. was nicht heißt, dass wir jetzt sofort damit aufhören können, nur weil dadurch müll anfällt.

Bild von Hendrik91

Müll

zu 1) Das jeder Quadratmeter zugekleistert werden müsste, stimmt einfach nicht. Mit einem vernüftigen, überregionalen Management ginge das ziemlich einfach...

zu 2) Natürlich hast du Recht und das ist Selbstmord, wenn wir dann die Atomkraftwerke an die franz. Grenzen o.ä. "verlegen". Denn der Müll fällt eh auf uns zurück und im Falle einer nuklear Katastrophe würden wir die volle Ladung abbekommen.

Aber wie du sagtest, derzeit muss noch viel passieren im Bereich der alternativen Energien, aber eigentlich hätten wir bereits viel weiter sein müssen ...

„Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

"Solange es Schlachthäuser gibt..., wird es Schlachtfelder geben."

atomkraft ist schmutzig, sehr

atomkraft ist schmutzig, sehr schmutzig sogar, der schmutz hält geschätzte millionen jahre an.
Bereits bei der stromerzeugung wird massenweise Wasser erwärmt, das zur kühlung an den Brennstäben vorbeigeleitet wird.
es wird aus den nahegelegenen Flüssen entnommen und ihnen wieder zugeführt. Dadurch werden Flora und Fauna der Gewässer beeinträchtigt. Außerdem dringt mit diesem Wasser bereits hier Radioaktivität nach draußen.

Tolle Aktion

Zu erst sei nochmal gesagt: Tolle Aktion. Leute verdrängen nur allzuleicht, was für Probleme wir haben. Denn unsere Atommülllager sind neben unseren wunderbar 'sauberen Atomkraftwerken' die besten Zeitbomben, die wir in Deutschland zu bieten haben.

Und die Idee mit dem 'jeden Quadratmeter zukleistern'.... nett sag ich dazu mal. Es gibt von vielen verschiedenen Umweltschutzorganisationen Rechnungen bezüglich dieses Themas: z.B. könnte man den gesamten Stromhaushalt der Erde mit Solaranlagen in Wüsten abdecken.

Ich persönlich bin jedenfalls der Meinung, dass dringend etwas getan werden muss. Atomkraftwerke können nicht unsere Zukunft sein, denn wie man z.B. an Tschernobyl gesehen hat: Atomkraftwerke werden wohl über kurz oder lang unseren Untergang bedeuten. Und es ist höchste Zeit, endlich auf grüne Energien umzusteigen. Das ist möglich, andere Länder haben das schon vorgemacht.

Wie, was soll das?

Ich kann auch nur sagen, dass das echt eine gute Aktion war und es wirklich viel mehr davon geben müsste, um die Leute aufzurütteln...

An denjenigen, der "Was soll das?" geschrieben hat, wie kannst du denn behaupten, dass Atomenergie die sauberste Energie oder der sauberste Strom ist??? Aber nur wenn man den Müll der anfällt einfach ignoriert, den du nur als "Haken" bezeichnest. Der Müll gehört doch wohl zum Atomstrom dazu, sonst könnte man auch sagen, dass Kohlekraftwerke super sauber sind, wenn man das CO2 nicht beachtet und was da sonst noch in die Luft gepustet wird, also ist Atomstrom überhaupt nicht sauber, sondern gefährlich, auch wenn die Sicherheitsstandarts sehr gestiegen sind. Die eigentliche Gefahr sind eh die "Zwischenlager" für den Atommüll, die weder dicht sind, was das Eindringen von Wasser in die Schächte angeht, sowie wahrscheinlich auch das abhalten von Strahlung, die nach Außen dringt. Das interessiert nur keinen, weil die Atomkraftwerke ja so super sicher sind...
und billig ist dieser Strom auch nicht, wenn man das mal auf lange Sicht sieht, den Strom zu produzieren mag ja vielleicht billig sein, aber die Kosten für die Endlagerung des Mülls sind immens hoch, die fallen nur momentan noch nicht an, werden sie aber, da der müll ja ewig nicht zerfällt und immer neuer dazu kommt,
also, schnellstens den Strom umstellen und nicht nur immer leere Versprechungen machen und den Atomausstieg verzögern, im Endeffekt wird es ja zu unserem Verhängnis.

hi

Eure Aktionen gefallen mir wirklich sehr :-)
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