Greenpeace Jugend

Aktion zu alternativem Weihnachtskonsum

„Bis Weihnachten, bis Weihnachten ist’s nicht mehr weit“ singt man schon bei dem Weihnachtslied Dicke rote Kerzen. Und es stimmt! Die Gedanken im Kopf drehen sich wahrscheinlich bereits oft um Frage „Was soll ich meinen Lieben schenken?“ Genau deswegen waren wir, die Greenpeace Jugend Münster, am 18.11.2017 in der Münsteraner Innenstadt. Unter dem Thema Weihanchtskonsum haben wir einen selbst gestalteten Flyer mit unseren Ideen für alternative Geschenke unter die Leute gebracht. Viel zu oft werden beim Weihnachts- Shopping die folgen für die Umwelt missachtete. Beim herstellen der Produkte werden Unmengen an Ressourcen und Chemikalien verwendet und verschwendet, so haben in China schon 320 Mio. Menschen keinen Zugang mehr zu sauberen Trinkwasser durch die hohe Belastung an Chemikalien durch die Kleiderindustrie. Aber das muss nicht sein: Second-Hand Läden, selbstgemachte Kalender, Kekse, ein selbst gestaltetes Fotobuch, ein Zeitgeschenk (Fahrradtour, Kochkurs etc.) oder auch etwas lyrisches wie ein selbst geschriebenes Gedicht sind nicht nur viel persönlicher, sondern sie helfen mit unsere Umwelt zu schützen und die Folgen des übermäßigen Konsums zu stoppen.

Kleidertauschparty in Lübeck

Im November haben wir mit viel Spaß und Erfolg eine Kleidertauschparty organisiert, was wir bald wiederholen wollen (dann gerne auch mit dir

Buy Nothing Day

Wann war der letzte Tag, an dem du nichts gekauft hast? So gar nichts…
Der internationale “Buy Nothing Day” (auf deutsch Kauf Nix Tag) ist ein Aktionstag, an dem angeregt wird für 24 Stunden freiwillig auf jeglichen Konsum zu verzichten. Heißt; nichts zu kaufen.

Der Künstler und Aktivist Ted Dave hat den “Buy Nothing Day” 1992 als Zeichen gegen den Konsumwahn, der umweltschädliche und unzumutbare Herstellungsbedingungen unterstützt, in Vancouver ins Leben gerufen.

Der Aktionstag ist eine Gegenreaktion auf den “Black Friday”; der Tag in den USA, der durch lange Öffnungszeiten und sehr große Rabatte zu jährlichen Kaufrauschen in amerikanischen Malls und Kaufhäusern führt.
Am “Black Friday” werden dort die höchsten Umsätze des Jahres gemacht.
Auch hier in Europa werben viele Discounter und Kaufhäuser mit massiven Preisnachlassen an diesem letzten Freitag im November. Manche haben sogar eine ganze “Black Week” daraus gemacht.
Unter “Cyber Monday” findet das ganze jetzt auch im Online Handel statt.
Für die Umsätze dieser Ketten ist das natürlich super. Auch Marketingexperten sehen das so:

“Black Friday und Cyber Monday sind heute schon sehr wichtig für den Handel – und sie werden immer wichtiger. Wir haben gesättigte Märkte in Deutschland. Da braucht man solche Anlässe, damit die Leute mehr kaufen.” (Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU)

Halt! Einen Moment…
Wir verbrauchen jährlich 50% mehr Ressourcen als die Erde natürlich wieder herstellen kann. Machen wir so weiter, bräuchten wir 2030 zwei ganze Planeten. 2050 drei.
Und da sollen wir immer und immer mehr kaufen?! Wodurch wir die Ausbeutung endlicher (!) Ressourcen, die Belastung der Umwelt und das Anheizen der Erderwärmung finanzieren?

Heute ist der “Buy Nothing Day”, der eine Alternative zu diesen Konsumwahnsinn darstellt. Der Aktionstag lädt alle zu diesem Selbstexperiment ein, als Anlass das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen.
Das Beispiel Klamotten zeigt; Jeder Deutsche kauft 40-70 Kleidungsstücke pro Jahr neu. Die Menge an Gebrauchtkleidung, die dabei jährlich anfällt entspricht einer LKW-Schlange von München nach Kiel.
Und auf der anderen Seite der Produktionskette werden Flüsse in den Herstellungsländern durch Chemikalien verschmutzt, Menschen arbeiten unter unwürdigen Bedingungen und bis das Teil dann im Verkaufsregal liegt, wurde es einmal halb um die Welt geflogen/verschifft.
Das muss nicht so sein!

Zum “Buy Nothing Day”, können wir uns überlegen wie wir nachhaltig und bewusst, anstatt billig und viel konsumieren können.
Wie wäre es mit einer Kleidertauschparty! Oder Tauschbörsen! Oder Umsonstläden! Das alles funktioniert ganz ohne Geld, dafür macht es umso mehr Spaß.
Bei der Anfang Dezember weltweit stattfindenden Aktionswoche mit vielen kreativen Events und einem ähnlich fancy Namen; der “make something week”, ist genau das das Motto. Mache selbst, anstatt zu kaufen.

Natürlich können wir den “Buy Nothing Day” auch als Anlass dazu sehen eine lustige Aktion, wie zum Beispiel einen Flashmob zu starten, um die Verrücktheit dieses Kaufrauschs darzustellen.
Oder aber man nutzt den Tag einfach dafür sich den 10.000 Dingen zu widmen, die wir durchschnittlich besitzen, anstatt das “Ding Nummer 10.001” zu kaufen. Die angestaubte Ukulele, das Malset, die Bernsteinsammlung… ;)
Oder ihr geht in die Stadt und amüsiert euch darüber, wie die Leute versuchen sich Glück zu erkaufen, während sie sich mit den schweren Shoppingtaschen abmühen.

Happy “Buy Nothing Day” euch allen!

4 Tage, 2 Demos, 1 Ziel:

Kohleausstieg jetzt!
Denn nur durch das sofortige Abschalten der dreckigsten Kohlekraftwerke kann Deutschland seine Klimaziele einhalten, zu denen sich unsere Bundesregierung beim Klimagipfel in Paris verpflichtet hat.
Bis 2020 wollen wir 40% weniger CO2 prodzieren als im Jahr 1990. Wenn die Kohleschlote allerdings weiterhin rauchen, verpassen wir nicht nur die umzusetzenden Klimaziele, sondern gefährden auch das weltweite Ziel die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.
Um über Maßnahmen zur Umsetzung des in Paris beschlossenen Klimaabkommens zu verhandeln, trifft sich die Weltgemeinschaft vom 6.-17.11. zur 23. UN-Klimakonferenz in Bonn.
Genau deshalb sind wir hier!
Zeitgleich zu Beginn der COP23 fand unsere Jahresaktion mit über 60 Jaggies, die aus ganz Deutschland angereist waren, statt. Vom 3.-6.11. haben wir uns in Niederkassel bei Bonn getroffen, vernetzt,vorbereitet, Spaß gehabt und vor allem bei zwei bunten Demos ein Zeichen an die Weltpolitik gesetzt:
„Act know!“
Hört endlich auf nur zu reden, lasst Taten sprechen!
Weltweit stehe alle Länder in der Verantwortung ihren Teil zum Klimaschutz beizutragen. Für Deutschland bedeutet das vor allem den Kohleausstieg bis 2020 und die Verkehrswende, die einen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor bis 2030 mit einschließt.
Deshalb haben wir am Samstag an der großen „Klima schützen-Kohle stoppen“-Demo in Bonn teilgenommen. Schwarz geschminkt (als Symbol der Kohleenergie) mit einem grünen Peace Zeichen im Gesicht (für erneuerbare Energien) untermalten wir die Forderung nach einem Kohleausstieg. Bei tollem Wetter und super Stimmung zogen wir dann mit 25 000 Demonstranten in Richtung UN Gelände.
Am Samstag Abend ging es dann direkt weiter mit einem Vortrag über Wachstumskritik, der zum Nachdenken und interessanten Diskussionen angeregt hat.
Den ganzen Sonntag hatten wir für Aktionsvorbereitung belegt:
Dabei sind wunderschöne, aussagekräftige Schilder und ein eigens mit unserem Choreografen entwickelter Flashmob für die Demo entstanden.
Nach einem Briefing zur COP und unseren Forderungen für den Klimaschutz waren wir bereit für unsere „eigene“ Kids und Jugenddemo.
Am frühen Montagmorgen hieß uns dann das kühle Novemberwetter in Bonn empfangen, als wir mit Flaggen, Schildern, Frontbanner, Eisbärkostümen und Regenbogen auf den Wangen aus dem Bus stiegen. Außerdem warteten dort schon zahlreiche Polizisten und erste Fotografen!
Als kleiner, aber umso bunter und lauterer Haufen engagierter Kinder (Greenteams) und Jugendlicher (Jaggies) zogen wir also los, um Aufmerksamkeit für unsere Forderungen zum Klimaschutz an die COP23 zu erregen. Schließlich geht es um nichts Geringeres als die Welt, wie sie morgen aussehen wird. Unsere Botschaft: „Zerstört nicht eine Zunkunft, in der wir leben müssen!“
Motiviert alles zu geben, was wir haben, um die Politik zu schnellem Handeln für unseren Planeten zu bringen, waren wir von der ersten bis zur letzten Minute gefühlt am Übersprudeln mit Energie. Es wurden durchgehend Sprechchöre gerufen, gesungen, gehüpft und getanzt. Die vielen magischen Momente, in denen wir das Gefühl bekommen haben, doch nicht alleine für diese Welt zu kämpfen und doch einen Unterschied zu machen, werden in Erinnerung bleiben.
Verstärkt wurde das Gefühl natürlich auch durch die Fernsehteams, die uns begleitet haben und wir so in verschiedenen Nachrichten und Sendungen für noch mehr Leute präsent waren.
Zusammen mit der Eisbärin Paula sind wir dann am Ende durch einen 4 Meter hohen Regenbogen auf den Platz vor dem Kunstmuseum gezogen. Der Regenbogen bestand aus Stoffwimpeln, auf denen Kinder aus der ganzen Welt ihre Forderungen und Wünsche für unsere Welt gemalt und geschrieben hatten.
Mit Blick auf das UN Gebäude, wo in diesen Tagen über die Zukunft unseres Planeten verhandelt wird, wurden auf der Bühne Reden gehalten. Unter anderem von Jennifer Morgan, der Geschäftsführerin von Greenpeace International und Gästen aus Vanuatu, Fidschi und den Philippinen. Da gab es schon das Gefühl, dass wir ein gemeinsames Ziel haben.
7,5 Milliarden Menschen, 195 Staaten, 1 Planet. Den es zusammen zu schützen gilt.

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