Seite 3 | Greenpeace Jugend

Glücksschweinchen für alle!

“Bei Greenpeace sind doch sowieso alle Vegetarier?!” Sowas hört man oft, wenn man über Massentierhaltung aufklären will. Zwar essen viele von uns wirklich kein Fleisch, aber wir wollen keine generellen Fleischverzicht vorschreiben, sondern vor allem über Massentierhaltung aufklären.

Deshalb haben wir uns am 29.10.2017 für artgerechtere Tierhaltung auf die Straße gestellt. Verteilt wurden Ratgeber über Gütesiegel und kleine Glücksschweinchen aus Pappe, die ein Statement gegen
Massentierhaltung sind.
Natürlich hatten wir dabei nicht nur unseren kleinen Infostand, sondern auch ein riesiges Banner. “Lass die Sau raus!” und ein Schwein in einem viel zu kleinen Käfig waren darauf
gemalt.
Die Verhältnisse, in denen 95% der Schweine in Deutschland leben müssen, verstoßen gegen den
grundgesetzlich verankerten Tierschutz. Doch jeder Konsument kann mit etwas Achtsamkeit auf Qualitätssiegel beim Einkaufen für ein glücklicheres Tierleben sorgen.

Aktion zu alternativem Weihnachtskonsum

„Bis Weihnachten, bis Weihnachten ist’s nicht mehr weit“ singt man schon bei dem Weihnachtslied Dicke rote Kerzen. Und es stimmt! Die Gedanken im Kopf drehen sich wahrscheinlich bereits oft um Frage „Was soll ich meinen Lieben schenken?“ Genau deswegen waren wir, die Greenpeace Jugend Münster, am 18.11.2017 in der Münsteraner Innenstadt. Unter dem Thema Weihanchtskonsum haben wir einen selbst gestalteten Flyer mit unseren Ideen für alternative Geschenke unter die Leute gebracht. Viel zu oft werden beim Weihnachts- Shopping die folgen für die Umwelt missachtete. Beim herstellen der Produkte werden Unmengen an Ressourcen und Chemikalien verwendet und verschwendet, so haben in China schon 320 Mio. Menschen keinen Zugang mehr zu sauberen Trinkwasser durch die hohe Belastung an Chemikalien durch die Kleiderindustrie. Aber das muss nicht sein: Second-Hand Läden, selbstgemachte Kalender, Kekse, ein selbst gestaltetes Fotobuch, ein Zeitgeschenk (Fahrradtour, Kochkurs etc.) oder auch etwas lyrisches wie ein selbst geschriebenes Gedicht sind nicht nur viel persönlicher, sondern sie helfen mit unsere Umwelt zu schützen und die Folgen des übermäßigen Konsums zu stoppen.

Kleidertauschparty in Lübeck

Im November haben wir mit viel Spaß und Erfolg eine Kleidertauschparty organisiert, was wir bald wiederholen wollen (dann gerne auch mit dir

Buy Nothing Day

Wann war der letzte Tag, an dem du nichts gekauft hast? So gar nichts…
Der internationale “Buy Nothing Day” (auf deutsch Kauf Nix Tag) ist ein Aktionstag, an dem angeregt wird für 24 Stunden freiwillig auf jeglichen Konsum zu verzichten. Heißt; nichts zu kaufen.

Der Künstler und Aktivist Ted Dave hat den “Buy Nothing Day” 1992 als Zeichen gegen den Konsumwahn, der umweltschädliche und unzumutbare Herstellungsbedingungen unterstützt, in Vancouver ins Leben gerufen.

Der Aktionstag ist eine Gegenreaktion auf den “Black Friday”; der Tag in den USA, der durch lange Öffnungszeiten und sehr große Rabatte zu jährlichen Kaufrauschen in amerikanischen Malls und Kaufhäusern führt.
Am “Black Friday” werden dort die höchsten Umsätze des Jahres gemacht.
Auch hier in Europa werben viele Discounter und Kaufhäuser mit massiven Preisnachlassen an diesem letzten Freitag im November. Manche haben sogar eine ganze “Black Week” daraus gemacht.
Unter “Cyber Monday” findet das ganze jetzt auch im Online Handel statt.
Für die Umsätze dieser Ketten ist das natürlich super. Auch Marketingexperten sehen das so:

“Black Friday und Cyber Monday sind heute schon sehr wichtig für den Handel – und sie werden immer wichtiger. Wir haben gesättigte Märkte in Deutschland. Da braucht man solche Anlässe, damit die Leute mehr kaufen.” (Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU)

Halt! Einen Moment…
Wir verbrauchen jährlich 50% mehr Ressourcen als die Erde natürlich wieder herstellen kann. Machen wir so weiter, bräuchten wir 2030 zwei ganze Planeten. 2050 drei.
Und da sollen wir immer und immer mehr kaufen?! Wodurch wir die Ausbeutung endlicher (!) Ressourcen, die Belastung der Umwelt und das Anheizen der Erderwärmung finanzieren?

Heute ist der “Buy Nothing Day”, der eine Alternative zu diesen Konsumwahnsinn darstellt. Der Aktionstag lädt alle zu diesem Selbstexperiment ein, als Anlass das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen.
Das Beispiel Klamotten zeigt; Jeder Deutsche kauft 40-70 Kleidungsstücke pro Jahr neu. Die Menge an Gebrauchtkleidung, die dabei jährlich anfällt entspricht einer LKW-Schlange von München nach Kiel.
Und auf der anderen Seite der Produktionskette werden Flüsse in den Herstellungsländern durch Chemikalien verschmutzt, Menschen arbeiten unter unwürdigen Bedingungen und bis das Teil dann im Verkaufsregal liegt, wurde es einmal halb um die Welt geflogen/verschifft.
Das muss nicht so sein!

Zum “Buy Nothing Day”, können wir uns überlegen wie wir nachhaltig und bewusst, anstatt billig und viel konsumieren können.
Wie wäre es mit einer Kleidertauschparty! Oder Tauschbörsen! Oder Umsonstläden! Das alles funktioniert ganz ohne Geld, dafür macht es umso mehr Spaß.
Bei der Anfang Dezember weltweit stattfindenden Aktionswoche mit vielen kreativen Events und einem ähnlich fancy Namen; der “make something week”, ist genau das das Motto. Mache selbst, anstatt zu kaufen.

Natürlich können wir den “Buy Nothing Day” auch als Anlass dazu sehen eine lustige Aktion, wie zum Beispiel einen Flashmob zu starten, um die Verrücktheit dieses Kaufrauschs darzustellen.
Oder aber man nutzt den Tag einfach dafür sich den 10.000 Dingen zu widmen, die wir durchschnittlich besitzen, anstatt das “Ding Nummer 10.001” zu kaufen. Die angestaubte Ukulele, das Malset, die Bernsteinsammlung… ;)
Oder ihr geht in die Stadt und amüsiert euch darüber, wie die Leute versuchen sich Glück zu erkaufen, während sie sich mit den schweren Shoppingtaschen abmühen.

Happy “Buy Nothing Day” euch allen!

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